Meryem und Maria

Ich, Meryem –

meine Heimat liegt

wo der Tag im Olivenhain ruht.

Ich, Meryem –

die zierliche Tochter der Ägäis.

Der Name meiner Großmutter

lebt weiter in mir.

Nicht nur als Wort,

sondern als Welt.

In ihren Liedern,

in ihrem Brot,

in der Sprache,

die mein Herz zuerst verstand.

Meine Wurzeln –

kein Gewicht,

sondern Richtung.

Meine Stärke:

die Toleranz.

Nicht gelernt,

sondern geerbt –

aus Geschichten am Herd,

aus Händen, die nicht strafen,

sondern halten.

Der Wind brachte mich hierher,

verfolgt von Wölfen in Uniform.

Jetzt nenne ich mich Maria –

denn die Angst ist stärker als ich.

In meinem Hinterkopf:

Geschichten wie Solingen.

Ich höre die Stimmen

aus der Mitte der Gesellschaft:

„Das sind doch übertriebene Metaphern!“

„Sei kein Opfer!“

Vor Hanau,

vor Solingen,

vor den Körpern,

die Akten wurden –

klangen diese Sätze

ganz genauso.

Ich, Maria –

verloren im Fluss

aus Eisen und Reue.

Trotzdem fremd.

Trotzdem nicht zugehörig.

Denn ich – als ich – bin unerwünscht.

Meryem wollte Maria umarmen.

Maria kannte Meryem nicht.

Zwei Namen.

Ein Körper.

Keine Ruhe.

Aber ich bin hier.

Ich bestehe.

Und ich werde nicht leise sein.

Anders sein! Bitte nicht hier!

Kinder privilegierter Länder bemühen sich selten aufrichtig darum, Menschen, die anders sind als sie selbst, wirklich zu verstehen – es sei denn, sie haben persönlich ein schweres Schicksal erlebt. Dieses mangelnde Verständnis führt dazu, dass sie oberflächliche Leben führen und Andersartige durch Gruppendruck unterdrücken. Meist geschieht dies unbewusst; doch in der Praxis öffnen sie ‘Fremden’ kaum je ihre Türen. Vielmehr wenden sie häufig in überheblicher Haltung Gaslighting an – und das auf erschreckend grausame Weise, oft getragen vom Herdentrieb.“

„Menschen aus schwierigen Regionen hingegen neigen dazu, ihre eigenen Traumata zu unterdrücken, wenn sie in privilegierte Länder auswandern. Einerseits scheuen sie sich, ihre Beschwerden offen zu äußern, andererseits versuchen sie, ihr Erlebtes mit Realismus und analytischem Denken einzuordnen. Im Gegensatz dazu bestärken sich die Kinder der wohlhabenden Länder gegenseitig mit einem naiven ‘Polyanna-Weltbild’, während sie den ‘Anderen’ unmissverständlich klarmachen: ‚Du gehörst nicht zu uns.‘ Gleichzeitig treten sie – oft unbewusst – mit tief verinnerlichten Vorurteilen belehrend auf, verhalten sich ausgrenzend und herablassend.“

„All das prägt den eigenen Charakter – und am Ende fehlt einem der Mut, man selbst zu sein. Denn man gehört zur Minderheit.

Integration mit Nebenwirkungen

Ich stamme aus einer Migrantenfamilie und habe bereits in meiner Kindheit Erfahrungen mit Gewalt, Diskriminierung und Alltagsrassismus durch Einheimische gemacht. Diese prägenden Erlebnisse führten dazu, dass meine Familie das Land verlassen musste. Ich hätte nie gedacht, dass ich jemals wieder hier leben würde.

Doch die Liebe zu meinem Partner, den ich zufällig in meiner Heimat wiedertraf, führte uns zusammen. Wir hatten in unserer Kindheit dasselbe Gymnasium besucht, ohne uns damals näher kennenzulernen. Zwei Jahrzehnte später kreuzten sich unsere Wege erneut – ein unerwartetes Wiedersehen, das uns schnell erkennen ließ, wie sehr wir zusammengehörten. Für ihn ist es eine Herausforderung, sich in meiner Heimat zu integrieren, da Sprache und Kultur nicht leicht zu erlernen sind, insbesondere im fortgeschrittenen Alter.

Diese Erfahrungen haben mich besonders empfindsam gegenüber selbst kleineren Formen von Diskriminierung gemacht, insbesondere wenn Menschen stereotype Verhaltensweisen zeigen, die dem Bild des sogenannten „Alman“ entsprechen.

Für Menschen mit Migrationshintergrund ist es oft notwendig, deutlich mehr zu leisten, um gesellschaftliche Anerkennung oder beruflichen Erfolg zu erreichen. Diese strukturelle Ungleichheit ist tief verwurzelt. Auch heute begegne ich in verschiedenen gesellschaftlichen Situationen immer wieder dem Gefühl, nicht wirklich dazuzugehören und mich ständig beweisen zu müssen – ähnlich wie damals in der Grundschule und im Gymnasium.

Dabei ist es mir wichtig zu betonen, dass ich keinesfalls Deutsche umgekehrt diskriminieren möchte. Im Gegenteil: Ich bemühe mich sehr, Beziehungen aufzubauen, Brücken zu schlagen und gegenseitiges Verständnis zu fördern. Oft passe ich mein Verhalten bewusst an, um nicht unbeabsichtigt Anstoß zu erregen. Andernfalls droht soziale Isolation oder der Rückzug in migrantisch geprägte Gemeinschaften, in denen Erklärungen und Rechtfertigungen entfallen.

Trotz dieser Bemühungen bleibt, auch nach mehr als zehn Jahren in Deutschland, häufig ein anhaltendes Gefühl der Fremdheit bestehen.

Zusätzlich erschweren finanzielle Belastungen die gesellschaftliche Teilhabe vieler Menschen mit Migrationsgeschichte. Der sogenannte Migrant Pay Gap bezeichnet die durchschnittliche Lohnlücke zwischen Beschäftigten mit und ohne Migrationshintergrund. Studien zeigen, dass Migranten in Deutschland im Durchschnitt bis zu 25 % weniger verdienen als Einheimische. Selbst bei vergleichbarer Qualifikation und Tätigkeit beträgt der bereinigte Migrant Pay Gap noch etwa 6 %. Diese ökonomischen Herausforderungen verstärken das Gefühl der Ungleichbehandlung.

Integration bedeutet, sich in eine Gesellschaft einzubringen, ohne die eigene Identität aufzugeben; Assimilation hingegen fordert die vollständige Anpassung und das Aufgeben der eigenen kulturellen Wurzeln. Solange Menschen von oben herab behandelt werden, bleibt der Blick für unsere vielen Gemeinsamkeiten verstellt.

Bleibt offen für alle Arten von Menschen – nicht nur die, die euch ähnlich sind. Denn wir sind mehr als unsere Herkünfte, auch wenn die Gesellschaft manchmal mit Scheuklappen unterwegs ist.

Bis dahin!

Liz

KI: Bedrohung oder bester Assistent? Warum die Zukunft denen gehört, die sie nutzen

Hinweis: In diesem Text wurde Copilot als Übersetzer und Grammatikhelfer genutzt. Falls Sie empfindlich auf KI-gestützte Korrekturen reagieren, bitte mit Vorsicht genießen.

In den letzten Jahren hört man überall Diskussionen über KI – von wilden Spekulationen bis hin zu echten Zukunftsängsten. Manche fragen sich: Wird KI uns alle überflüssig machen? Werden wir unsere Jobs an Roboter verlieren? Oder wird KI doch eher unser persönlicher Assistent, der endlich unsere To-Do-Liste abarbeitet?

Schon 1997 gab es einen ersten „KI-Schock“, als Deep Blue den damaligen Schachweltmeister Garry Kasparov mit 3,5 zu 2,5 besiegte. Sofort gab es wilde Theorien – hat IBM heimlich Großmeister als Ghostplayer eingesetzt? War das ein Trick? Die Realität sieht aber anders aus: Heute spielen über eine halbe Milliarde Menschen Schach, und KI hat das Spiel nicht ruiniert, sondern noch beliebter gemacht.

Heutige Schachspieler nutzen KI nicht als Gegner, sondern als Trainingspartner – sie lernen neue Eröffnungen, Taktiken und Strategien. KI hilft dabei, Fehler zu minimieren, aber sie kann die menschliche Kreativität nicht ersetzen. Genau das ist auch die Richtung, in die es in vielen anderen Bereichen geht: KI wird uns nicht ersetzen – sie wird uns besser machen.

KI als smarter Helfer im Alltag – wenn man sie richtig einsetzt

KI kann uns den Alltag enorm erleichtern. Nehmen wir mal einen Geschäftsführer: Er könnte den ganzen Tag E-Mails lesen und beantworten – oder er nutzt KI, um Routineaufgaben zu automatisieren und sich auf das Wichtige zu konzentrieren. (Wobei, wenn KI irgendwann auch Meetings übernimmt, bleibt eigentlich nur noch Mittagspause und Golf übrig…).

Die eigentliche Frage der Zukunft ist nicht: “Werden Maschinen uns ersetzen?”, sondern: “Werden Menschen, die KI nutzen, erfolgreicher sein als diejenigen, die es nicht tun?”

Ein perfektes Beispiel dafür liefert mal wieder das Schach: Nach seiner Niederlage gegen Deep Blue organisierte Garry Kasparov 1998 das erste “Advanced Chess”-Turnier, in dem Menschen mit KI-Unterstützung spielten. So entstand Centaur Chess – eine Mischung aus menschlicher Intuition und maschineller Präzision. Das Beste daran? Ein starkes Mensch-KI-Team kann sogar stärker sein als eine allein spielende KI. (Ja, wir sind also noch nicht komplett abgeschrieben!).

Wie ich KI nutze (und warum ich dabei nicht faul bin)

Ich selbst nutze KI, um mir den Alltag zu erleichtern. Zum Beispiel in Meetings: Statt hektisch mitzuschreiben, lasse ich mir einfach von meinem Copiloten eine Gedächtnisstütze erstellen. Effizient? Absolut. Faul? Vielleicht. Aber clever allemal.

Natürlich ist KI nicht perfekt. Sie kann nur das ausspucken, was man ihr vorher gegeben hat. Schlechte Daten rein = schlechte Antworten raus. Und selbst mit der besten KI braucht man immer noch menschliche Intuition, flexibles Denken und die Fähigkeit, spontan auf unerwartete Situationen zu reagieren (etwas, womit selbst die besten Algorithmen noch zu kämpfen haben – Stichwort: „Bitte beweisen Sie, dass Sie kein Roboter sind“).

Am Ende des Tages geht es darum, KI klug einzusetzen. Wenn sie den Alltag erleichtert, uns produktiver macht und uns vielleicht sogar ein bisschen glücklicher – dann hat sie ihren Job erledigt. Und wenn nicht? Na ja, dann bleibt uns immer noch Plan B: Einfach mal den Stecker ziehen.

P.S.: Viele in meinem Netzwerk werden den Copiloten nutzen, um diesen Text zu verstehen. KI verbindet verschiedene Welten und trägt dazu bei, Chancengleichheiten zu schaffen.

Lg

flitz

Deutschland und die “tü-ka-ka” AusländerInnen

Trigger-Warnung: Dieser Beitrag enthält ironische Elemente und behandelt Themen wie Diskriminierung und Fremdenfeindlichkeit. Bitte lesen Sie den Beitrag nicht, wenn Sie empfindlich auf solche Inhalte reagieren!!!

Seit meinem Umzug nach Deutschland habe ich mich intensiver mit Themen wie Religion und Herkunft auseinandergesetzt als je zuvor in meiner Heimat. Nie zuvor habe ich so viel über Muslime und den Islam gelesen. Anfangs dachte ich, dass dieses Interesse irgendwann nachlassen oder ich mich daran gewöhnen würde. Vielleicht würde ich eines Morgens aufwachen und feststellen, dass all diese Herausforderungen verschwunden sind. Allein der Gedanke daran ist beruhigend und erleichternd. Wahrscheinlich würde auch das Gesundheitsministerium davon profitieren, da weniger Depressionen auftreten würden.

Herausforderungen, die “Weiße” nicht haben

Hier einige Beispiele für Herausforderungen, die MigrantInnen oft erleben:

Kulturelle Vorurteile:

“Ihr seid aber nicht kultiviert!” – Offenbar aus dem Land der unerschöpflichen Neugierde.

Lohnungleichheit / Migrant Pay Gap:

Trotz unermüdlicher Arbeit verdienen MigrantInnen durchschnittlich 13,6% bis 17,6% weniger als Einheimische.  Aber wer braucht schon gerechte Bezahlung, wenn man die “Ehre” hat, weniger zu bekommen?

Wohnungssuche:

“Vermietet an Deutsche” – der geheime Code für “Bitte keine Türken/Araber etc.”. Offenbar ist die Postleitzahl entscheidender als die Bonität.

Diskriminierung im Gesundheitssystem:

Wer braucht schon Ärzte? Schließlich ist es viel spannender, mit unbehandelten Krankheiten durch den Alltag zu stolpern.

Fremdenfeindlichkeit:

Die einzige Konstante in einem Meer wechselhafter Meinungen.

Warum bleiben wir dann hier?

Nun fragen sich einige: Warum bleiben wir überhaupt hier, wenn es uns angeblich so schlecht geht? Vielleicht, weil:

• Unsere Vorfahren nach dem Zweiten Weltkrieg dieses Land mit aufgebaut haben, trotz magerer Bezahlung und allgegenwärtiger Diskriminierung.

• Wir fleißig Steuern zahlen, damit der Nachbar, der die AfD wählt, weiterhin seine sozialen Leistungen beziehen kann und zum Remigrationsplan beiträgt!

• Wir mehr Respekt vor Demokratie und Gesetzen haben als gewisse Nazis!

• Wir auf intellektueller und bildungspolitischer Ebene genauso viel beitragen wie die “Eingeborenen”.

• Im Osten Deutschlands dringend Ärzte gebraucht werden.

• Wir Impfstoffe benötigen, um nicht kollektiv auszusterben.

• Wir in die Rentenkassen einzahlen, damit die “Eingeborenen” ihren wohlverdienten Lebensabend finanzieren können.

Ach, und bitte vergesst nicht, beim Verlassen der Garderobe eure tägliche Dosis Gaslighting vom “weißen Mann” abzuholen. Schließlich muss er uns unbedingt einreden, dass wir übertreiben und die Diskriminierung in unseren Herkunftsländern genauso schlimm ist.

Yadel / In der Fremde

Buraya her geldiğimde sanki hiç gitmemiş gibiyim. Oraya her gittiğimde ise, ilk defa oraya varmış gibiyim.

Jedes Mal, wenn ich hierher komme, fühlt es sich an, als wäre ich nie fort gewesen. Doch jedes Mal, wenn ich dorthin gehe, habe ich das Gefühl, als wäre ich zum ersten Mal dort.

Ich oder Assimilation?

PS: In diesem Beitrag geht es um die lauten, dominanten „Almans“ – nicht um respektvolle Menschen, die andere genauso wie sich selbst als Individuum sehen und nicht als vermeintliche Bedrohung!

Migration ist wie ein kompletter Neustart auf einer Achterbahn ohne Sicherheitsbügel. Neues Land, neues Klima, neue Regeln – und plötzlich ist das soziale Netzwerk entweder neu, brüchig oder schlichtweg nicht existent. Da sitzt man dann, mit einer unstillbaren Sehnsucht nach vertrauten Stimmen, nach den Gerüchen der Heimat, nach dem Lachen von Menschen, die einen wirklich kennen. Und während man hier Steuern zahlt, sich im Job den Hintern aufreißt und den sozialen Aufstieg meistert, bleibt man für viele trotzdem: „der Fremde“.

Eure Witze? Oh, herrlich… geschmacklos! Und nein, das ist kein Zufall. Mein Profilbild? Ach ja, das ist nicht „deutsch“ genug. Na klar, wie konnte ich vergessen, dass der kulturelle Passierschein an der Haarfarbe hängt!

In meiner alten Firma habe ich dem Geburtstagskind mal einen Kuchen gebacken – aus Freude, aus Anstand, einfach, weil ich es schön finde, Menschen zu gratulieren. Tja, was folgte, war eine Flut an Kommentaren und Kritiken. Irgendwann dämmerte es mir: Das ist keine konstruktive Rückmeldung, das ist psychologischer Kleinkrieg, damit sich einige besser fühlen. Denn wenn man innerlich leer ist, scheint es einfacher, anderen die Freude am Geben madig zu machen.

Teilen, lachen, gemeinsam schöne Momente schaffen – das ist für mich Menschlichkeit. Doch hier gilt: Teilen ja, aber wehe, man tut es ohne Erwartung. Dann wird man abgestempelt. „Ach, die kann bestimmt nur kochen.“ Klar doch! Am liebsten würde ich diesen Leuten meinen Lebenslauf vor die Nase knallen und sagen: „Schau mal, Persönlichkeit und beruflicher Erfolg schließen sich nicht aus – vielleicht probierst du es auch mal?“ Aber nein, ich bleibe auf dem „Niveauvollen-Weg-der-Beherrschung“.

Doch merke ich, wie dieses Verbiegen mich selbst verändert. Der innere Kampf zwischen „Ich bleibe ich“ und „Vielleicht sollte ich einfach in die Schublade springen, die ihr für mich gebaut habt“ kostet Kraft. Eine Welt, in der Emotionen verpönt sind, macht uns nicht stark – sie macht uns einsam.

Also, hier mein Fazit: Ich erwarte nicht, dass ihr seid wie ich. Ich erwarte nur, dass ihr mich nicht belehrt, wie ich zu sein habe. Ich mag mich so, wie ich bin. Wenn ich so wäre wie ihr, wäre ich vielleicht angepasster, aber sicher nicht glücklicher. Also lebt, wie ihr wollt – aber lasst mich das auch tun. Denn am Ende ist die Welt nur dann schön, wenn sie bunt bleibt – mit all ihren Facetten, Geschichten und Menschen, die einfach sie selbst sind.

Bleib einfach du!

Liz

Zu Gast

Der Begriff „Gastarbeiter“ trat nach dem Zweiten Weltkrieg in den deutschen Sprachgebrauch ein und diente von Beginn an als euphemistische Bezeichnung für ausländische Arbeitskräfte, die für einen begrenzten Zeitraum in Deutschland tätig sein sollten. Diese Terminologie war bewusst gewählt, um sowohl den Einheimischen als auch den Gastarbeiterinnen und Gastarbeitern zu signalisieren, dass ihre Anwesenheit lediglich temporär erwünscht war. Die Intention dahinter war klar: Es sollte keine dauerhafte Integration in die deutsche Gesellschaft stattfinden. Tatsächlich hatten auch die meisten GastarbeiterInnen ursprünglich nicht die Absicht, in Deutschland eine neue Heimat zu finden.

Doch die Realität entwickelte sich anders. Die befristeten Arbeitsverhältnisse wurden nicht wie geplant reduziert, und die GastarbeiterInnen erwiesen sich als eine günstige Arbeitskraft, deren Behandlung man retrospektiv durchaus mit moderner Sklavenarbeit vergleichen kann. Diese Situation prägte beide Gruppen tiefgehend: Auf Seiten der deutschen Bevölkerung verfestigte sich die Überzeugung, dass Ausländerinnen und Ausländer nie wirklich Teil der deutschen Gesellschaft werden würden. Für die MigrantInnen selbst war dies eine klare Botschaft: Du wirst für immer ein Ausländer bleiben.

Auch nach 60 Jahren hat sich diese mentalitätsprägende Einstellung kaum verändert. Sie durchdringt den Alltag in Deutschland – ob im Arbeitsmarkt, auf dem Wohnungsmarkt, in Schulen, auf der Straße oder in Behörden. Die Mentalität und die damit verbundenen Vorurteile sind allgegenwärtig.

Selbst hochqualifizierte Migrantinnen und Migranten, die nach Deutschland einwandern, werden oft nicht anders behandelt als die GastarbeiterInnen der Nachkriegszeit, insbesondere wenn sie aus Nicht-EU-Ländern stammen. Am Arbeitsplatz wird von ihnen erwartet, dass sie sich den deutschen Verhaltensnormen vollständig anpassen. Respekt und Akzeptanz für Interkulturalität sind häufig nicht vorhanden, auch wenn diese MigrantInnen wesentliche deutsche Werte wie Pünktlichkeit, Genauigkeit, Disziplin und Fleiß teilen. Diese neue Welle von EinwandererInnen ist oft säkular, kontaktfreudig und gut integriert – und doch reicht dies nicht aus, um wirklich dazuzugehören. Es sei denn, sie geben ihre eigene Identität auf und übernehmen Charaktereigenschaften wie Emotionslosigkeit, Unfreundlichkeit und Steifheit.

Natürlich trifft dies nicht auf alle Deutschen zu, aber leider ist es die dominierende Haltung in der Gesellschaft. Aus diesem Grund wird Deutschland wohl nie ein wirkliches Einwanderungsland werden. Denn wer nicht von Geburt an deutsch ist, wird unter den tief verwurzelten Vorurteilen leiden. Eine Änderung dieser Mentalität und der Abbau solcher Vorurteile erfordert eine grundlegende Neuausrichtung der Politik und Integrationsstrategien.

Deshalb entscheiden sich viele der hochqualifizierten „New-Wave“-MigrantInnen dafür, in andere Länder auszuwandern oder in ihre Heimat zurückzukehren. Gut ausgebildete Menschen haben schließlich weltweit gute Chancen. Die Gehaltsvorteile in Deutschland sind längst Geschichte; heute verdienen hochqualifizierte Fachkräfte andernorts ebenso viel, wenn nicht sogar mehr. Der Sozialstaat, einst ein starkes Argument für Deutschland, hat an Attraktivität verloren und bietet kaum noch nennenswerte Vorteile. Warum also sollten diese Menschen in Deutschland bleiben? Schließlich ziehen sie in ein Land, in dem Diskriminierung weit verbreitet ist, das Wetter oft trist und unfreundlich ist, hohe Abzüge zu erwarten sind und die Lebenshaltungskosten, insbesondere in Großstädten, enorm hoch sind.

Für Deutschland ist das bedauerlich, doch die Fakten sprechen eine klare Sprache, wie man den Statistiken des Bundesamtes entnehmen kann.

Es hätte auch anders kommen können. An dieser Stelle kommt mir ein Lied von John Lennon in den Sinn: „Imagine all the people living life in peace.“

Auch wenn ich mich hier wie zu Gast fühle, trotzdem möchte ich an diese Vision von J.Lennon glauben…

Eure Flitz

Resette mich

Die Welt ist zu groß

Mein Schmerz ist zu klein um gesehen, gehört, verstanden zu werden

Die Welt ist zu schön

Um den Schmerz anzunehmen!

Hallo Welt,

Siehts du mich?

Hörst Du mich?

Ich falle zusammen

Eine Leere die ich dir verdanke!

Ich laufe in die Leere,

Suche meine Familie,

Suche Freunde.

Suche ein Land mit Zugehörigkeit und Akzeptanz!

Eine Welt ohne Haupfarbe, Religion und Herkunft.

Doch die Welt will das nicht.

Millionen schmerzt es wie mich.

Ich gehöre nicht mehr zur Ägäis

Ich gehöre nicht der Elbe.

Mein zu Hause bist du

Aber du bist auch gebrochen.

Nun tun wir uns gegenseitig weh.

Es ist nicht deine, auch nicht meine Schuld.

Es ist das Ergebnis der Welt.

Wen muss ich bitten um es aus der Welt zu schaffen?

Den Agnostischen Gott?

Dem Weißkittel?

Aber alle sind zu beschäftigt.

Ist die Welt der große Fisch,

Und wir die kleinen?

Ich brauche einen Reset.

Ich brauche einen neu Anfang ohne mehr Verluste.

Meine Liebe zu dir ist zu stark um aufzugeben…

– flitz

Nicht nur Sylt

Dank der sozialen Medien kann man vieles beweisen, was früher nur Gerüchte waren. Selbst die wenigen Deutschen, die ich kenne, argumentieren bei diesen Themen immer wieder mit Sätzen wie:

– Rassismus gibt es überall.

– Böse Menschen gibt es in jedem Land.

– Warum gehst du dann nicht zurück?

Doch es geht nicht um Einzelfälle. POCs erleben diese Art von Angriffen seit Jahrzehnten – von Nachbarn, Lehrern, in Arztpraxen, an der Kasse. Und das passiert oft still und leise. Ich spreche über meine Erfahrungen nicht mehr, denn sie werden bagatellisiert und es wird mir sogar vorgeschlagen, „zurück“ zu gehen. Es ist fast unmöglich, in den engen Kreis der Deutschen zu gelangen. Die grölenden Parolen der letzten Tage haben mir gezeigt, dass es nicht an mir lag. Endlich gibt es Beweise! Was wir erzählten, wurde als Märchen und Lügen abgetan. Dieses Thema macht mich kaputt. Ich sehe, wie sehr die Deutschen trotz aller Bemühungen unter sich bleiben. Natürlich sind nicht alle so, aber wir sprechen hier nicht von Ausnahmen!

Und damit kann ich euch Willkommen im Alltag eines „Ausländers“ heißen!

Trotz all dieser Schwierigkeiten habe ich immer versucht, Kontakt zu Deutschen aufzubauen und freundlich zu bleiben. Um Beziehungen zu knüpfen, habe ich sehr viel getan. Seit einiger Zeit habe ich damit aufgehört und ziehe mich in mein „Ghetto“ zurück. Die ständigen Versuche und Ablehnungen haben mir die Hoffnung genommen. Das betrifft nicht nur Rechtsextremisten, sondern auch die „normalen“ unter uns, die sagen: „Ich habe nichts gegen Ausländer, aber…“. Diese „Aber“-Argumentierer sind mindestens genauso verletzend wie die Rechtsextremisten!

– flitz

„Rassismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen!“