Kinder privilegierter Länder bemühen sich selten aufrichtig darum, Menschen, die anders sind als sie selbst, wirklich zu verstehen – es sei denn, sie haben persönlich ein schweres Schicksal erlebt. Dieses mangelnde Verständnis führt dazu, dass sie oberflächliche Leben führen und Andersartige durch Gruppendruck unterdrücken. Meist geschieht dies unbewusst; doch in der Praxis öffnen sie ‘Fremden’ kaum je ihre Türen. Vielmehr wenden sie häufig in überheblicher Haltung Gaslighting an – und das auf erschreckend grausame Weise, oft getragen vom Herdentrieb.“
„Menschen aus schwierigen Regionen hingegen neigen dazu, ihre eigenen Traumata zu unterdrücken, wenn sie in privilegierte Länder auswandern. Einerseits scheuen sie sich, ihre Beschwerden offen zu äußern, andererseits versuchen sie, ihr Erlebtes mit Realismus und analytischem Denken einzuordnen. Im Gegensatz dazu bestärken sich die Kinder der wohlhabenden Länder gegenseitig mit einem naiven ‘Polyanna-Weltbild’, während sie den ‘Anderen’ unmissverständlich klarmachen: ‚Du gehörst nicht zu uns.‘ Gleichzeitig treten sie – oft unbewusst – mit tief verinnerlichten Vorurteilen belehrend auf, verhalten sich ausgrenzend und herablassend.“
„All das prägt den eigenen Charakter – und am Ende fehlt einem der Mut, man selbst zu sein. Denn man gehört zur Minderheit.
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