PS: In diesem Beitrag geht es um die lauten, dominanten „Almans“ – nicht um respektvolle Menschen, die andere genauso wie sich selbst als Individuum sehen und nicht als vermeintliche Bedrohung!
Migration ist wie ein kompletter Neustart auf einer Achterbahn ohne Sicherheitsbügel. Neues Land, neues Klima, neue Regeln – und plötzlich ist das soziale Netzwerk entweder neu, brüchig oder schlichtweg nicht existent. Da sitzt man dann, mit einer unstillbaren Sehnsucht nach vertrauten Stimmen, nach den Gerüchen der Heimat, nach dem Lachen von Menschen, die einen wirklich kennen. Und während man hier Steuern zahlt, sich im Job den Hintern aufreißt und den sozialen Aufstieg meistert, bleibt man für viele trotzdem: „der Fremde“.
Eure Witze? Oh, herrlich… geschmacklos! Und nein, das ist kein Zufall. Mein Profilbild? Ach ja, das ist nicht „deutsch“ genug. Na klar, wie konnte ich vergessen, dass der kulturelle Passierschein an der Haarfarbe hängt!
In meiner alten Firma habe ich dem Geburtstagskind mal einen Kuchen gebacken – aus Freude, aus Anstand, einfach, weil ich es schön finde, Menschen zu gratulieren. Tja, was folgte, war eine Flut an Kommentaren und Kritiken. Irgendwann dämmerte es mir: Das ist keine konstruktive Rückmeldung, das ist psychologischer Kleinkrieg, damit sich einige besser fühlen. Denn wenn man innerlich leer ist, scheint es einfacher, anderen die Freude am Geben madig zu machen.
Teilen, lachen, gemeinsam schöne Momente schaffen – das ist für mich Menschlichkeit. Doch hier gilt: Teilen ja, aber wehe, man tut es ohne Erwartung. Dann wird man abgestempelt. „Ach, die kann bestimmt nur kochen.“ Klar doch! Am liebsten würde ich diesen Leuten meinen Lebenslauf vor die Nase knallen und sagen: „Schau mal, Persönlichkeit und beruflicher Erfolg schließen sich nicht aus – vielleicht probierst du es auch mal?“ Aber nein, ich bleibe auf dem „Niveauvollen-Weg-der-Beherrschung“.
Doch merke ich, wie dieses Verbiegen mich selbst verändert. Der innere Kampf zwischen „Ich bleibe ich“ und „Vielleicht sollte ich einfach in die Schublade springen, die ihr für mich gebaut habt“ kostet Kraft. Eine Welt, in der Emotionen verpönt sind, macht uns nicht stark – sie macht uns einsam.
Also, hier mein Fazit: Ich erwarte nicht, dass ihr seid wie ich. Ich erwarte nur, dass ihr mich nicht belehrt, wie ich zu sein habe. Ich mag mich so, wie ich bin. Wenn ich so wäre wie ihr, wäre ich vielleicht angepasster, aber sicher nicht glücklicher. Also lebt, wie ihr wollt – aber lasst mich das auch tun. Denn am Ende ist die Welt nur dann schön, wenn sie bunt bleibt – mit all ihren Facetten, Geschichten und Menschen, die einfach sie selbst sind.
Bleib einfach du!
Liz
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