Im Exil

Erst waren es zwei
Dann wurden es vier
Nun sind es sieben Jahre

Sitze im Chios und schaue rüber zu den Brunnen.
Versuche den Simit und Çay, der mit Freunden mal gegessen wurde, zu sehen.
Versuche mich an die Tage zu erinnern, die mit Familie und Freunden gefeiert wurden.
Wird es jemals wiederholt werden können?
Oder werden wir uns jedesmal aus verschiedenen Inseln nur zu winken können?

Eine Fähre kommt gerade auf mich zu
Sie bringt mir die winkenden Hände der Heimat.
Diese Umarmung ist das Lebensziel geworden.
Statt Rakı wird Ouzo heute getrunken.

Sehe rüber zu den Brunnen…
Nächstes mal stoßen wir Raki zur Feier an, sagt meine Tochter.
Die Feier der Freiheit!
Die Feier des Endes der Diktatur!

Ich sinke trotz Hoffnung in eine Traurigkeit als ich der Fähre hinter her winke.
Alle sind nun wieder drüben.

Ich frage mich, ob der Teufelskreis diesmal gebrochen wird.
Ich frage mich, ob ich hoffen darf oder sollte
Ich schaue rüber und hoffe nicht im Exil zu sterben?!

Denn Im Exil ist man kein Gast mehr!
Denn im Exil kann meine Tochter meinen Grab nicht besuchen!

fdw

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